Warum Gartenbesitzer ihr grünes Reich vor dieser Pflanze schützen müssen

Invasive Zierpflanzen können heimische Arten verdrängen und Insekten die Lebensgrundlage entziehen. Nabu-Expertinnen raten zu Alternativen und erklären, wie Entsorgung gelingt.

Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis).

Fast menschhoch, goldgelb und derzeit vielerorts zu sehen: die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Weil ihre Blüten von vielen Insekten besucht werden, wirkt sie auf den ersten Blick ökologisch wertvoll. Doch die aus Nordamerika stammende Art kann sich stark ausbreiten und andere Pflanzenarten verdrängen, gibt der Naturschutzbund (Nabu) Ellwangen zu Bedenken. „Nicht jede Pflanze, an der sich Insekten tummeln, ist automatisch gut für die Artenvielfalt“, sagt Annette Meidert vom Nabu. „Gerade spezialisierte Wildbienen und andere Insekten sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Verschwinden diese, fehlt ihnen eine wichtige Lebensgrundlage.“

Unterirdisch und über Samen vermehrt sich die Goldrute

Die Kanadische Goldrute gehört zu den gebietsfremden Pflanzenarten, die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als invasiv eingestuft werden. Als invasiv gelten laut dem Nabu Ellwangen Arten, für die erhebliche negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt nachgewiesen sind. Die Kanadische Goldrute vermehrt sich sowohl über unterirdische Ausläufer als auch über zahlreiche Samen und kann dadurch schnell dichte Bestände bilden.

Wer sie im Garten entdeckt, sollte die Blüten vor der Samenreife abschneiden und die Pflanze möglichst vollständig ausgraben. „Gute Alternativen für die Artenvielfalt sind zum Beispiel Echte Goldrute oder Rainfarn“, ist der Tipp von Ingrid Zielsosko, einer weiteren Pflanzenexpertin des Nabu Ellwangen. Weitere vom BfN als invasiv bewertete Pflanzen, die im Garten vorkommen können, sind beispielsweise der Götterbaum sowie verschiedene Staudenknöteriche.

„Naturnahes Gärtnern bedeutet nicht, alles wachsen zu lassen, was von allein kommt“, so Ingrid Zielsosko, Pflanzenexpertin des Nabu Ellwangen. „Handlungsbedarf besteht bei Arten, die eine negative Auswirkung auf die biologische Vielfalt haben. Wer standortgerechte heimische Wildpflanzen und eine vielfältige Gartenstruktur fördert, stärkt die Artenvielfalt im eigenen Garten.“ Vermehrungsfähige Pflanzenteile wie Wurzeln oder Samen invasiver Arten sollten nicht auf dem Kompost oder im Biomüll entsorgt werden, damit sie sich nicht weiterverbreiten.

Wer im Garten eine Pflanze entdeckt, die sich neu oder in größerer Anzahl ansiedelt, dem empfiehlt der Nabu, zur Bestimmung Apps wie Flora Incognita nutzen. Tipps für insektenfreundliche Pflanzen und Gehölze finden sich unter:

www.NABU-BW.de/pflanzlisten

Quelle: Schwäbische.de

https://www.schwaebische.de/regional/ostalb/ellwangen/warum-gartenbesitzer-ihr-gruenes-reich-vor-dieser-pflanze-schuetzen-informationen-4920597